Nachhaltigkeits-Krise

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Sinnsalabim und Hetz-Hetz

Jahrelang versuchten Unternehmen ihren Profit zu fördern – koste es, was es wolle. Die Leidtragenden waren vor allem die Angestellten und die Umwelt. Ausgemergelt auf einer strauchelnden Erde, auf dem Flug zum nächsten Meeting, die Aktentasche voller Unterlagen – 90 Seiten, Powerpoint, einseitig gedruckt. „Oops, falsche Version…“.

Was muss Corona für ein Schlag gewesen sein für diejenigen, die von Homeoffice nichts hielten oder gar von unmöglicher Umsetzung sprachen. Musste man diese Menschen erstmal an den Rand ihrer Existenzgrundlage bringen, um Wandel und Umdenken auf die Wege zu bringen? Müssen wir unseren Planeten an die gleiche Grenze bringen, bis wir merken, dass wir ihn brauchen? 

Der Luftraum ist leer, die Chemtrails verbleichen. Wenn das nicht auch unsere Hirne klarer werden lässt, werden wir, wie etwa die Lufthansa, auf Hilfe von Oben hoffen müssen. Die Flugindustrie musste schmerzlich einsehen, dass eine grünere Ausrichtung längst überfällig war. Aber auch viele Unternehmen schienen einen Wandel zu vollziehen und sahen ein, dass man nicht für jedes Meeting oder Mittagessen sein Meilenkonto füttern muss. Mit sogenannten „Non-Travel-Weeks“ und (Non-)Travel-Policies wurde gekürzt was geht. Schöner Schein – denn der Umweltschutz, stand dabei nicht im Vordergrund, sondern mehr die Scheine.

Auf den Wegen der Karmatrails finden sich weitere Versuche, mit denen man im Green-Waschgang sein Büro auf den Pfad zur Nachhaltigkeit brachte. „Think before you print!“, Agile-Working-Konzept und Mitarbeiter-Pilates gingen in etwa so ein, wie die Büro-Orchidee oder der Pausenraum-Ficus. Wer nicht nachhaltig lebt, wird nicht nachhaltig leben können.

Die Umstellung auf Homeoffice und Video-Konferenzen zeigt, wie zukünftiges Arbeiten gestaltet werden kann und sollte. Insbesondere im Hinblick auf das Pendeln zum Arbeitsweg, das einen Nachhaltigkeits-Killer schlechthin darstellt, könnte viel Energie gewonnen werden – sowohl im klassischen wie auch im physiologischen und psychologisch Sinne. Mangels Vertrauen und dem Wahn nach Kontrolle haben sich die Unternehmer bisher quer gestellt, obwohl sich hieraus Miet-, Strom-, und Materialkosten etc. drastisch kürzen ließen. Und auch der Einzelbüro-Fanatiker sollte jetzt bemerkt haben, dass das wahre Leben draußen stattfindet, nicht in seinem Vitra-Quarantäne-Eck.

Entscheidend ist auch der Schritt zur Digitalisierung. Fin-Tech, Legal-Tech und Co ist mehr als eine Excel-Tabelle mit Formeln oder ein Word Dokument mit Rules. Willkommen im Jahr 2020, MartyMcFly. Durch gezielte Investition in derartige Tools können Ressourcen besser eingesetzt und die gegebene Hirnmasse auf die relevanten Arbeitsabschnitte umverteilt werden. 

Eines Umdenkens bedarf es an viele Stellen und sogar an jeder und eines Jeden, um durch nachhaltiges Wachstum und Wirtschaften derartige Krisen besser bewältigen zu können.

Was ist diese Krise? Sie ist der Wandel, den man nachhaltig herbeiführen hätte können müssen sollen. Jetzt ist er da, und zeigt uns, wie es weitergehen kann. Und muss. Manchmal fehlt Manchen wohl einfach ein Greenhirn-Washing. Denn nur mit der richtigen Life-Work-Balance erreicht man auch ein Lebenswerk.

… mehr #greenspiration immer mittwochs!

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